Dieser Bericht dreht sich um meine Erfahrungen mit dem E-Max 110S mit Si-Batterien.
Wer den Bericht zum alten Modell E-Max Sport 2000 lesen will, findet den auch noch.
| Alle technischen Daten sind auf der Homepage des Herstellers zu finden. | |
| Leistung | 2,75kW (kurzfristig auch 3,85kW abrufbar) |
|---|---|
| Gewicht (leer/max) | 181/331kg |
| Batterien | 4 Stück 12V/60A Siliconbatterien |
| Reichweite | 70–90km bei sparsamer Fahrweise und guten Bedingungen (Firmenangabe). |
| L/B/H | 187,5/72/114 cm |
Kilometerstand: 3100 km (2010-06-27)
Übersicht
- Kurzbeschreibung
- Kommentar zum ÖAMTC/Autotouring-Mopedvergleich in Heft 4/2009: unfairer Vergleich?
- Defekt und Qualitätsmanagement bei E-Max: sehr gut
- Defekt (Folgefehler des ersten): Controller womöglich kaputt
- Defekt: Controller erneut kaputt.
- Defekt: Gepäcksträger gebrochen.
- Defekt: Rahmenbruch!
Dienstag, 2008-11-11
Kilometerstand: 60 km.
Nachdem die Typisierung in Österreich ewig gedauert hat, weil die Bürokratie hier Dinge beanstandet hat, die in Deutschland und der Schweiz anscheinend wurscht sind, habe ich nach langer Wartezeit am letzten Mittwoch meinen E-Max 110S gekauft. Am Donnerstag war ich dann schnell bei der Versicherung und bin gleich wieder nach Baden zum Scooterman um das Elektromoped abzuholen.
Die Fahrt war ungewohnt, aber sehr angenehm. Das Gewicht merkt man nicht wirklich beim Fahren. Klarerweise ist das Kurvenverhalten mit den 60kg mehr etwas anders; etwas träger. Dafür sehr gute Spurhaltung. Und auch das Retourschieben ist etwas mühsamer. Ich bin ja nicht der größte, daher tu ich mir damit etwas schwer. Es geht aberproblemlos, wenn ich absteige. Sehr angenehm ist die Laufruhe mit den 13-Zoll-Reifen.
Der Durchzug aus dem Stand ist beeindruckend. Die Motorsteuerung ist so ausgelegt, dass anfangs nur leicht beschleunigt wird und erst ab ca. 5km/h mehr Saft gezogen wird. Das Wegfahren ist damit sehr sanft und doch sobald nötig zügig genug, um kein Hindernis beim Anfahren zu sein. Verglichen mit dem S2000 eine Rakete. Und das ohne Booster.
Ich bin die gesamte Strecke von Baden nach Hause ohne Booster gefahren. Er war eigentlich nicht notwendig. Nach 30km zeigte die elektronische Ladeanzeige immer noch mehr als die Hälfte an. Wie weit man dieser Anzeige trauen darf, weiß ich noch nicht.
Das erste Mal, als ich den Booster verwendet habe, war eine Steigung, an der ich angefahren bin. Da zahlt sich der Booster immer noch aus. Aber sonst ist das Gefährt stark genug, um darauf verzichten zu können.
Die Spiegel sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch verbessert: Leicht gewölbt und innenverstellbar. Dafür kommt man an die Schrauben zum groben Verstellen nur sehr schwer ran.
Blinkeranzeige bei Tageslicht etwas schwer zu sehen. Dafür gibt er einen leisen, hohen Ton von sich, der recht gut zu hören ist. Reichweitentests folgen, wenn es warm ist und ich jemanden habe, der mich notfalls abholen kann :)
Montag, 2009-04-13
Im Winter bin ich kaum bis garnicht gefahren. Seit es warm wird dann wieder. Allerdings hauptsächlich den Arbeitsweg. Noch keine Experimente. Die längste Strecke ohne Aufladen waren 43km. Da ging bei der Heimfahrt noch der Booster bei Hügel zu mir rauf.
Angenehm ist, dass ich ohne Nachtanken im Büro locker wieder heimkomme und problemlos auch einen Abstecher in die Stadt machen kann.
Das erste Service wird bald fällig (500km). Bisher noch alles tip-top.
Montag, 2009-04-20
Kilometerstand: 490km
Gestern und heute zusammen erstmals etwas weiter mit einer Ladung gefahren: 40km. Zu Hause angekommen, war die Anzeige immer noch bei etwa der Hälfte. Ich schätze, dass ich in der Ebene wohl noch 20km weit gekommen wäre.
Montag, 2009-06-01
Kommentar zum ÖAMTC/Autotouring-Mopedvergleich in Heft 4/2009: unfairer Vergleich? Ich habe eine Anfrage an Autotouring geschickt, um ein mögliches Missverständnis aufzuklären. Nachdem ich bis heute keine Antwort erhalten habe, möchte ich den Kommentar hier veröffentlichen.
In der Ausgabe 4/2009 des Autotouring-Magazins ist ein Test der Roller e-Racer, E-Max und IO Florenz zu lesen. Allerdings werden hier entweder unzulässige Vergleiche gemacht oder falsche Bilder.
Auf dem Bild, das den Stecker zeigt (Seite 20, unten Mitte bzw: http://www.autotouring.at/na_pro/wrapper/jpegs.php3?filename=magazin=/0904_eroller_b_2.jpg) ist doch glatt ein Stecker zu sehen, der meines Wissens nach bei Lithium-Ionen-Akkus verwendet wird. Für Silizium-Gel-Akkus wird ein 3poliger XLR Stecker verwendet.
Wurde hier ein IO mit Lithium-Akkus gegen zwei andere Roller mit Silizium-Akkus getestet? Und das nicht einmal erwähnt?
Und wenn dem so ist: Dann stimmt der abgedruckte Preis von 2450€ für den getesteten Florenz garantiert nicht mehr. Lt.Angaben eines IO Händlers muss man da ca. 1500€ Aufpreis dazurechnen, um die LiIon-Variante (50Ah LiFePo4) zu erhalten.
Ich habe auch bei IO nachgefragt, ob dem ÖAMTC ein Lithium-Gefährt gegeben wurde und folgende Antwort erhalten:
Der ÖAMTC hatte mehrere Fahrzeuge zum Test, unter anderem auch ein Li
Fahrzeug.
Nachdem der Bericht von den ordentlichen Fahrleistungen und dem flotten Anfahren spricht, möchte ich explizit darauf hinweisen, dass die wohl hauptsächlich dadurch zustandekommen können, dass die Lithium-Akkus wesentlich leichter sind.
Wenn mich jemand beruhigen kann, dass das kein Lithium-Roller war, dann bitte her damit.
Als weiteres kleines Detail am Rande: Ich habe erfahren, dass der E-Max, der beim Test verwendet wurde, softwaretechnisch nicht korrekt konfiguriert war. Nach einer Justierung durch den Händler war die Beschleunigung im unteren Bereich wieder hergestellt. Diese Umstellung wurde leider erst nach dem Test gemacht, allerdings deshalb durchgeführt, weil der Testfahrer gemeint habe, dass die Performance nicht sonderlich gut war. Das ist blöd gelaufen, ich möchte es einfach nur erwähnt haben.
Sonntag, 2009-06-07
Kilometerstand: 1200km
Ich hatte letztens meinen ersten Defekt.
Es handelt sich dabei um ein Kabel zwischen Ladeelektronik und Ladegerät.
Das wurde zwar mit einer 25A Sicherung versehen, allerdings hält das Kabel nur 20A aus.
Steht sogar drauf.
Dieses Kabel ist durchgeschmort.
Ich bin sofort zu Herrn Nejedly gefahren, der mir sofort ein neues Kabel verbaut hat. Und siehe da: In der neuen Serie ist der gesamte Bereich unter dem Sitz anders verbaut: Sicherung nicht mehr am Kabel, sondern bei der Elektronik. Dickere Kabel. Zusätzlicher Deckel. Also wieder einmal eine Verbesserung, die eingebaut wurde. Das einzige, was ich schade finde ist, dass die Händler auch nicht davon unterrichtet wurden. Aber wahrscheinlich ist so ein Defekt einfach noch nicht aufgetreten. Inzwischen ist das Problem gemeldet.
Qualitätsverbesserungen und -kontrolle: Ich habe den Eindruck, dass E-Max redlich bemüht ist, ein Qualitätsprodukt auf dem Markt zu positionieren. Sämtliche Kinderkrankheiten werden weltweit gesammelt, kontrolliert und in geeigneter Weise behoben. Bei jedem Besuch beim Händler gibt es Neuigkeiten zu kleinen Details, die verbessert worden sind. Begonnen bei einem kleinen Plasitkteil unterm Scheinwerfer, der ansengen kann: Der wurde gegen ein Metallteil ersetzt. Weiter zum linken Speiegel, dessen Halterung in der ersten Serie leider etwas locker war und inzwischen bombenfest steht. Weiter zum Innenleben des Controllers mitsamt dessen Einhausung, die überarbeitet wurden. bis hin zum erwähnten Kabel, das inzwischen auch komplett anders verbaut ist.
Nachtrag, 2009-09-07: Die durchgebrannte Sicherung ist bei 110ern überhaupt nicht notwendig. Die sollte bei jedem Service eines 110ers ausgetauscht werden, da die Batterien die Ladeströme ohnehin aushalten. Zur Not den Händler darauf ansprechen.
Montag, 2009-09-07
Kilometerstand: 1800km
Als wahrscheinlicher Folgefehler des Kabelbrandes zeigt mein Controller permanent Fehlerströme an: ERROR FAULT OVERCURRENT. Und das immer dann, wenn er warm wird. 10km gehen, dann streikt er. Abkühlen lassen und geht wieder. Keinerlei Kabellecks oder durchgebrannte Sicherungen zu sehen. Ein neuer Controller ist unbürokratisch bereits auf dem Weg. Ich bin auch gespannt, ob es eine brauchbare Aussage zur Fehlerquelle geben wird.
Dienstag, 2009-09-29
Kilometerstand: 1950km
Hab — eh schon vor 2 Wochen — meinen E-Max zurückbekommen. Controller getauscht; allerdings schienen der Controller und der DC-Wandler sich gegenseitig in den Abgrund gerissen zu haben. Denn als ich aus der Werkstatt wegfahren wollte, ging der DC-Wandler wieder über den Jordan. Herr Nejedly hat ihn gleich getauscht. Selbstverständlich auf Garantie. Seither funktioniert wieder alles, wie es funktionieren soll.
Donnerstag, 2010-05-13
Kilometerstand: 2600km
Ich hatte vor einigen Wochen nach einer Notbremsung wieder einen Controllerdefekt. Mir scheint, dass der Controller nicht sonderlich tolerant ist, wenn man am Gasgriff noch dreht, während man panisch in die Bremse greift. Jedenfalls hat es einen Schnalzer gemacht und der Controller war wieder hinüber. Ich hab allerdings erneut ohne Murren einen neuen eingebaut bekommen. Seither geht alles, wie es soll.
Donnerstag, 2010-06-10
Kilometerstand: 2990km
Heute ist mir der Gepäcksträger gebrochen. Aber nicht an den Schrauben, oder am Topcase, nein wirklich die Strebe, die nach hinten geht. Ein paar Fotos fom Schaden am Gepäcksträger hab ich bereitgestellt.
Während der Fahrt hat es plötzlich einen Kracher gemacht, und die Strebe war ab. Ich hab beim Abschrauben des Trägers dann festgestellt, dass die 4 Schrauben selbst immer noch sehr fest waren. Also kann da auch nichts arg geschwungen ahaben. Auch auf der anderen Seite ist bereits ein kleiner Haarriss festzustellen.
Es ist allerdings nicht so, dass ich das Teil besonders belasten würde. Am letzten Foto der Fotostrecke sieht man den Inhalt meines Topcase: Den Helm meiner Freundin, eine Regenjacke und eine Regenschürze. Mitsamt Warnweste. Keine 5 Kilogramm.
Ansonsten alles in Ordnung, Batterien arbeiten nach wie vor wie am Anfang.
Freitag, 2010-06-11
Kilometerstand: 3050km
Nachtrag: E-Max hat den Gepäckträger auf Garantie getauscht. Ich war heute schon beim Händler und hab einen neuen abgeholt. Der ist etwas anders geformt und scheint auch aus Alu gefertigt zu sein.
Außerdem war ich — nachdem ich vorige Woche meinen Al-Führerschein auf Klasse A umschreiben hab lassen — mit einem Elektromotorrad (dem Modell California) eine Runde drehen, das bei Herrn Nejedly herumsteht. Das geht ganz schön ab. Ich habs fast nicht geschafft, eine langsame Kurve zu fahren :). Ich werd dennoch auf den E-Max warten, der sicherlich teurer als 5000€ sein wird. Aber ich hab dann schon lieber eine Firma dahinter stehen, die sich bereits durch immer verbesserte Arbeit und gutes Qualitätsmanagement ausgezeichnet hat. Was nicht heißt, dass der Hersteller des California schlecht ist. Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass die Batterien qualitativ hochwertig sind, dafür ist das Motorrad zu günstig.
Sonntag, 2010-06-27
Kilometerstand: 3100km
Diesmal ist es arg: Mir ist am 14.Juni ein Rahmenbruch widerfahren.
![]() Ansicht von hinten, unmittelbar nach dem Schaden selbst. |
![]() Bereits am nächsten Tag in Baden in der Werkstatt. |
![]() |
![]() Rostiger Teil am unteren Rand des Rohres sichtbar. |
Gott sei Dank ist das gleich beim Wegfahren passiert, dass es einen ordentlichen Kracher gemacht hat und ich ein paar Zentimeter weiter unten gesessen bin. Zerfallen ist er nicht, aber doch ordentlich am Rahmen gebrochen. Vorbildlich allerdings die Reaktion von E-Max: Rahmentausch binnen einer Woche auf Gewährleistung.
Ich muss zwar sagen, dass ich einen ordentlichen Schreck gekriegt hab, aber dennoch davon überzeugt bin, dass es sich um keinen Konstruktionsfehler handelt, sondern einfach einen Verarbeitungsfehler. Darauf deutet auch der Rost hin, der im rahmen zu finden ist und der unmittelbar an der Schweißnaht begonnen zu haben scheint. Zwar dürfen solche Fehler nicht passieren, leider tun sie das aber dennoch. Ich bin sehr dankbar, dass nicht mehr passiert ist.
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Created: 2008-11-11 — last modified: 2010-06-27 — last update of web site: 2010-06-27
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