Anklopfen am Handy

Fast alle haben Mobiltelefone. Gut. Kann praktisch sein, ich hab selbst insgesamt 3 Stück davon, trenne damit Arbeit, Privat und für die Familie und enge Freunde eine Rund-um-Erreichbarkeit als Festnetzhandy.

Ich plauder nicht sonderlich gern am Telefon, für mich ist das Teil primär ein Informationsübermittlingsgerät. Stimmt eigentlich auch nicht, primär ist es mein Radio für unterwegs. Aber das ist alles ziemlich wurscht für diesen Artikel.

Worum es mir eigentlich geht, sei an folgendem Szenario geschildert:

Ich wähle eine Nummer.
Es läutet.
Angerufener hebt ab: Hallo, wart, ich telefonier grad. Und legt auf.

Was ist hier passiert? Der Angerufene unterhält sich. Da, urplötzlich, dieses Geräusch aus den Tiefen der Telefonleitung. Wie kleine Bergarbeiter, die sich ins Gehirn bohren wollen. Es klopft an in der Leitung. Das Rangehen an dieses Gespräch produziet nichts außer Stress: Ich ärgere mich, dass ich eine Minute Gesprächsgebühr zahle für die nutzlose Aussage: Ich telefonier grad. Mein Angerufener ärgert sich, weil er aus dem Gespräch gerissen wurde. Und die Person, mit der mein Gesprächspartner (eigentlich Ungesprächspartner) telefoniert, ärgert sich, weil sie vielleicht mitten in einer spannenden Geschichte unterbrochen wird.

Warum um alles in der Welt schlaten die Leute nicht einfach wieder das gute alte Besetzzeichen ein? Was? Das ist unhöflich? Wieso? Übermittelt exakt dieselbe Information und das wesentlich sozialer als das oben geschilderte Szenario.

Wie bitte? Sie wissen nicht, wie man das Anklopfen ausschaltet, weil das Handy so kompliziert ist? Lüge. Es geht sehr einfach und geräteübergreifend, auch ohne sich in die Tiefen des Telefons vorkämpfen zu müssen:

Wie krieg ich mein Besetztzeichen?

  1. Wählen Sie #43# als Telefonnummer und schon teilen Sie Ihrem Provider mit, dass liebe nicht angeklopft wird.
  2. Wählen Sie *67# als Telefonnummer und schon ist eine Anrufumleitung auf die Sprachbox ebenfalls abgeschaltet, wenn Sie gerade telefonieren.

Was bringt’s? Den Weltfrieden? Wohl kaum. Aber in wenigen Momenten genau die gleiche Information wie in obigem Szenario, ohne Stress zu erzeugen und ohne unhöflich zu sein.