Mäuse jagen

Diese Seite soll keine Belehrung werden, sondern einfach eine Erzählung über meine Erlebnisse mit Mäusen. Außerdem findet ihr hier einen Denkanstoß zum selber Basteln einer Mausefalle. Wobei „basteln“ schon recht hochgestochen ist. Weiter unten findet ihr mein aktuelles Mausfangbesteck.

Angefangen hat alles damit, dass unsere Katze Lucy eine lebende Maus in meine Wohnung geschleppt hat. Ich hab keine Ahnung, wie lang die da war, jedenfalls hab ich sie auf einem Brot sitzend erwischt…

Inzwischen hab ich zusammen mit meinem Cousin Martin schon ein gewisses Geschick entwickelt, was das Festsetzen von diesen poussierlichen Tierchen angeht.

Die meiner Meinung nach wichtigsten Dinge habe ich im folgenden Text hervorgehoben.

Leider habe ich auch einen Unfalltod einer Maus zu beklagen: Sie hat sich unter das bereits auf der Breitseite stehende Bett geflüchtet. Ich dachte, ich könnte sie am Schwanz rausziehen, hab ihn aber nicht erwischt. Also habe ich das Bett leicht zur Seite geschoben. Dummerweise hat es sich so unglücklich bewegt, dass die Maus halb zerquetscht wurde. Ich hab sie dann mit meinem Schuh erschlagen, damit sie nicht noch länger weiterleidet. Das ist mir dennoch alles andere als leicht gefallen. Seither habe ich zu jedem toten Tier auf meinem Teller ein anderes Verhältnis.

Die Anfänge

Begonnen hat alles mit der ganz oben zitierten Maus, die ich auf einem Laib Brot sitzend entdeckt habe. Die hat sich danach unbemerkt in meiner Küche eingenistet, die inzwischen komplett erneuert wurde.

Die ersten Mäuse habe ich einfach mit einer großen Aluschachtel gefangen. Mein erster Versuch war gleich ein Mißerfolg: Die Maus hat sich mühelos durch den Karton gebissen, den ich unter die Aluschachtel gegeben hatte, damit ich sie davontragen konnte. Das Tierchen ist sofort abgehaut, als ich die Falle hochgehoben habe.

erste Erfolge

Daraus hab ich gelernt: Seither verwende ich ein altes Tablett als Unterlage. Die Konstruktion selbst ist sehr simpel: Aluschachtel mit der Öffnung nach unten, spitzen Bleistift auf ein Stück Käse stellen und den Käse mit Spagat (Bindfaden, für meine nicht-österreichischen Leser) zusätzlich am Bleistift befestigen. Aluschachtel auf dem Bleistift ausbalancieren (das kann unter Umständen etwas dauern, schließlich soll die Schachtel nicht zu leicht zufallen und nicht zu schwer).

Mausefalle alt 1 Mausefalle alt 2

Fortschritte

Damit habe ich dann einige Mäuse gefangen. Diese Methode ist recht einfach und effizient, wenn die Maus nicht offen herumrennt und sich irgendwo verkrochen hat. Ist du Maus zugänglich, dann ist eines von entscheidender Bedeutung: Alles abdichten! Und damit meine ich nicht, einen Socken vor die Ritze unter der Tür zu legen. Das genügt nicht. Mäuse können verdammt klein werden. Es muss alles richtig dicht sein. Viele Socken, Langärmelige Pullis und Leiberln. Küchentücher. Es vereinfacht die Jagd auch, wenn man alles, was am Boden herumsteht wegräumt. Ein paar Dinge können aber stehen bleiben, damit die Maus nicht in Panik verfällt und sich noch vermeintlich verkriechen kann. Das scheint die Maus zu schonen — und einem insofern einen Vorteil zu verschaffen, als dass man weiß, wo die Maus hinrennt. Meistens.

Eine Maus habe ich mit Hilfe meiner Katze gefangen. Lucy war offenbar nur darauf bedacht, dass ich mit der Maus meinen Spaß habe: Sie hat die Maus nicht als ihre eigene Beute angesehen und mir belustigt zugeschaut, wie ich versucht habe, die Maus selbst zu fangen. Wenn sich die Maus zu weit weg wagen wollte, hat Lucy ihr mit der Pfote eins übergezogen und die Maus ist wie erstarrt dagehockt. Das war meine Chance, dachte ich. Ich hab mich erst nicht getraut, dann aber doch die Maus beim Schwanz erwischt und in die bereitgestellte Schachtel gesetzt. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein so kleines Tier solche Kräfte aufbringen kann.

Mein Respekt vor dem kleinen Tier kam nicht von ungefähr: Die allererste Maus, die dann von selbst das Weite gesucht hat, hat mich in den Finger gebissen. Und das durch einen Arbeitshandschuh hindurch. Diese Maus saß auf einer Walnuss. Ich dachte, es sei günstig, sie mitsamt der Nuss rauszuwerfen. Leider war ihr das nicht ganz geheuer und sie hat zugebissen. Eine schnelle Behandlung mit Desinfektionsalkohol war angebracht. Und eine Beobachtung der Wunde. Sollte sich hier was entzünden, ist ein Arztbesuch unausweichlich. Gott sei Dank ist nichts passiert.

Aktuell

Mausefalle mit RohrNach einigen erfolgreichen Fängen brachte meine Tante eine auf beiden Seiten verschließbare Kartonrolle (in der einmal ein Werbegeschenk gewesen ist) herunter und hat gemeint, dass man damit vielleicht was erreichen könnte.  Und tatsächlich eignet sich dieses Utensil hervorragend für den Mausfang: Die Papprolle in ein Eck gelegt scheint für die Maus der Inbegriff von Sicherheit zu sein. 2 von 3 Mäusen haben wir auf diese Weise innerhalb kurzer Zeit gefangen.

Ich möchte noch erwähnen, dass uns eine Maus aus diesem Rohr einmal entkommen ist. Es ist schier unglaublich, wie sich diese Tiere bewegen können: Nachdem sie in das Rohr reingekrochen ist, wollte Martin das Rohr nehmen und den Deckel draufgeben. Die Maus hat wohl gemerkt, dass da was faul ist und ist aus dem schon beinahe senkrecht stehenden Rohr nach oben hin rausgeschossen. Einige Minuten später haben wir sie wieder in das Rohr getrieben und diesmal den Deckel noch im Liegen angebracht.

Eine dritte Maus war so freundlich, sich in einen ins Eck geknüllten Teppich zu verkriechen. Mein Cousin hat dann den gesamten Teppich geschnappt und beim Fenster rausgeworfen.

Alles in allem ist Mausfangen auf diese Weise recht amüsant: Man kann seine Urjagdinstinkte auf friedliche Weise ausleben. Man muss halt damit rechnen, dass es auch mitten in der Nacht losgehen kann. Ich finde allerdings die Vorstellung, morgens beim Frühstück ein *Klapp* zu hören und die Blutspritzer einer frisch in der Schnappfalle geköpften Maus in der Küche zu haben, viel schlimmer. Noch schlimmer ist die offensichtliche Tierquälerei, wenn das Tier nicht sofort stirbt, sondern armselig vor sich hinsterben muss, nur weil wir Menschen manchmal zu arrogant für diese Welt sind.

In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg beim Jagen.